Waren diese polygonalen Risse auf der Venus einst ein antiker Meeresboden?

15. August 2026 at 20:46
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Eine bahnbrechende neue Studie legt nahe, dass weitläufige polygonale Risse auf der Oberfläche der Venus einst in antiken Meeresbodenschlamm entstanden sein könnten, was eine neue Debatte über eine wasserreiche Vergangenheit des heißen Planetenachbarn auslöst. Die am 29. Juli 2026 in Earth and Planetary Science Letters veröffentlichte Untersuchung wurde von einem Team der University of London und des Imperial College unter der Leitung von Richard Ghail durchgeführt.

Das Rätsel der Venus-Risse entschlüsseln

Heute ist die Venus extrem unwirtlich und weist durch eine dichte Wolkendecke einen Treibhauseffekt auf, der die Oberflächentemperaturen auf durchschnittlich rund 464 °C (867 °F) anheizen kann – heiß genug, um Blei zu schmelzen. Dennoch ist ein Großteil ihrer Oberfläche von mysteriösen Bruchstrukturen überzogen. Lange Zeit galten sie als das Resultat abkühlenden Vulkangesteins, doch eine Studie namens The Lost Oceans of Venus liefert nun eine spannendere Theorie.

Die Forscher konzentrierten sich auf Tieflandebenen, in denen der Boden in polygonale Formen mit einer Ausdehnung von jeweils 1 bis 2 Kilometern aufgebrochen ist. Durch die Klassifizierung in sechs verschiedene Typen argumentiert das Team, dass die Muster verblüffende Ähnlichkeiten mit ausgetrocknetem Meeresbodenschlamm auf der Erde aufweisen.

Parallelen zur Messinischen Salinitätskrise

Um ihre Hypothese zu stützen, zogen die Wissenschaftler Vergleiche zu irdischen Ereignissen heran, wie etwa der Austrocknung des Mittelmeers vor fast 6 Millionen Jahren während der Messinischen Salinitätskrise. Dieses Ereignis hinterließ dicke Salzablagerungen und rissiges Gelände, das den Strukturen auf der Venus ähnelt. Zudem deuten gewundene Kanäle namens canali auf eine einstige Wasserpräsenz hin.

Die Debatte geht weiter

Obwohl die Ergebnisse ein überzeugendes Szenario für eine ozeanische Vergangenheit liefern, stellen sie noch keinen endgültigen Beweis dar. Die Bestätigung wird wahrscheinlich künftige Weltraummissionen erfordern.