Der erhellte Nachthimmel, den niemand wollte: Orbitale Spiegel bedrohen die Astronomie

15. August 2026 at 20:46
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Eine bahnbrechende wissenschaftliche Studie, die im Astrophysical Journal Letters veröffentlicht wurde, offenbart alarmierende Details über die Pläne des kalifornischen Start-ups Reflect Orbital, riesige Spiegel in die Erdumlaufbahn zu bringen, um nach Einbruch der Dunkelheit Sonnenlicht zur Erde zu strahlen. Unter der Leitung von Forschern wie Gáspár Bakos zeigt die Untersuchung das Ausmaß der Lichtverschmutzung durch eine geplante Konstellation von bis zu 50.000 Reflektoren auf.

Die Bedrohung durch künstliches Tageslicht

Der Satellit Eärendil-1 des Unternehmens verfügt über einen 18 mal 18 Meter großen Reflektor in rund 600 Kilometern Höhe. Obwohl als Notfallbeleuchtung oder zur Unterstützung von Solarparks vermarktet, würden die geplanten Produktionsversionen mit Abmessungen von 54 mal 54 Metern verheerende Folgen für den Nachthimmel haben. Atmosphärische Modelle zeigen, dass ein einziger solcher Satellit für Beobachter im Lichtkegel etwa vier Größenklassen heller als ein Vollmond erscheinen würde.

Regulatorische Lücken und ökologische Folgen

Trotz heftiger Proteste der American Astronomical Society erteilte die US-amerikanische FCC im Juli die Genehmigung für den Testsatelliten mit der Begründung, Lichtverschmutzung falle nicht in ihren Zuständigkeitsbereich. Das gestreute Licht eines einzigen Spiegels würde selbst aus 14 Kilometern Entfernung das natürliche Mondlicht im Großteil des Himmels überstrahlen und nachtaktive Tiere gefährden.

Wem gehört der Nachthimmel?

Mit der Ausweitung kommerzieller Raumfahrtprojekte verschärft sich die Debatte darüber, wer das Recht hat, unsere natürliche Umwelt dauerhaft zu verändern. Experten warnen, dass die Menschheit kurz davor steht, den unberührten Nachthimmel für immer zu verlieren, da Langzeitpläne den gleichzeitigen Betrieb hunderter solcher orbitaler Spiegel vorsehen.