Premierminister Andy Burnham sieht sich heftiger Kritik von Umweltschützern und Experten ausgesetzt, nachdem er angekündigt hat, die Verkaufsziele für Elektrofahrzeuge (EV) zu senken und neue Bohrungen in der Nordsee in Betracht zu ziehen, während das Vereinigte Königreich gegen verheerende Waldbrände und historische Hitzewellen kämpft. Am Freitag räumte Burnham erstmals ein, dass die Klimakrise hinter den Bränden steckt, sorgte jedoch mit gleichzeitigen Lockerungen der Klimapolitik für Empörung.
Klimakrise trifft auf politische Kehrtwende
Während Teile Englands und Wales unter Dürre und Hunderten von Bränden leiden, die Häuser zerstörten und Menschen ins Krankenhaus brachten, startete die Regierung eine Konsultation zur Absenkung des EV-Ziels für 2030 von 80 % auf bis zu 50 %. Umweltaktivisten wie Hannah Martin von Green New Deal Rising warnten, dass dies die CO2-Emissionen des Landes massiv erhöhen und die Klimaziele gefährden würde.
Nordsee-Bohrungen und pragmatischer Kurs
Trotz des Klimanotstands verteidigte Burnham seinen pragmatischen Ansatz bei der Förderung fossiler Brennstoffe, während Entscheidungen über die Felder Rosebank und Jackdaw bevorstehen. Umweltgruppen wie Greenpeace, vertreten durch Ami McCarthy, nannten dies inakzeptabel. Branchenverbände wie der Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) unter Mike Hawes begrüßten hingegen die Überprüfung der EV-Vorgaben zur Entlastung der Hersteller.
Wirtschaftliche und ökologische Folgen
Analysen des Energy and Climate Intelligence Unit (ECIU) zeigen, dass die Kürzung der EV-Mandate den Verkauf von Elektroautos um bis zu 5,8 Millionen Fahrzeuge reduzieren könnte. Während Verkehrsministerin Heidi Alexander die wirtschaftliche Vernunft der Maßnahmen betont, warnen Kritiker vor den langfristigen Folgen für die Energiesicherheit und den Klimaschutz.



