Studie enthüllt: 90 Prozent aller biomedizinischen Arbeiten zeigen KI-Spuren

21. August 2026 at 00:17
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Der Einsatz künstlicher Intelligenz beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten ist offenbar weitaus verbreiteter als bisher angenommen. Laut einer am 12. August auf dem Preprint-Server arXiv veröffentlichten Studie wiesen fast 90% der im Dezember 2025 in einer großen biomedizinischen Datenbank publizierten Artikel sprachliche Indizien für eine KI-Assistenz auf.

Der rasant wachsende Einfluss von Sprachmodellen

Die von Forschern wie Lena Holzwarth, Rita González-Márquez und Dmitry Kobak verfasste Untersuchung analysierte Open-Access-Papiere aus dem Repository PubMed Central. Die Ergebnisse zeigen, dass die Nutzung großer Sprachmodelle (LLMs) für im gesamten Jahr 2025 veröffentlichte Artikel bei 77% lag – ein dramatischer Anstieg im Vergleich zu den 52% aus dem Jahr 2024. Ältere Schätzungen, die lediglich Abstracts analysierten, hatten die Quote für 2024 noch auf bescheidene 13.5% beziffert.

Wo Wissenschaftler am häufigsten auf künstliche Intelligenz setzen

Das Forschungsteam nutzte einen neuartigen, unvoreingenommenen Ansatz basierend auf veränderten Wortfrequenzen, um Volltexte zu untersuchen. Dabei wurde deutlich, dass KI-Werkzeuge in bestimmten Abschnitten eines Manuskripts bevorzugt werden. So greifen Forschende beim Verfassen eines Absatzes im Diskussionsteil doppelt so häufig (68%) auf LLMs zurück wie im Methodenteil (32%). Dennoch lag die Gesamtnutzung selbst im Methodenteil bei über 50%.

Herausforderung für akademische Integrität

Seit der Veröffentlichung von OpenAIs ChatGPT im November 2022 haben sich Chatbots in der Wissenschaft fest etabliert. Während Befürworter betonen, dass KI Sprachbarrieren für nicht-englische Muttersprachler abbaut, warnen Kritiker vor wissenschaftlichem Fehlverhalten und Betrug. ‚Um politische Entscheidungen zu steuern, ist es notwendig, die Verbreitung von LLM-veränderten Texten in wissenschaftlichen Publikationen zu überwachen‘, betonten die Studienautoren mit Blick auf künftige Richtlinien.