Moderna und Merck stellen bahnbrechenden mRNA-Krebsimpfstoff vor

20. August 2026 at 01:45
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Ein Meilenstein in der personalisierten Krebsimmuntherapie

Die Pharmaunternehmen Moderna und Merck haben bekannt gegeben, dass ihr personalisierter mRNA-Krebsimpfstoff Intismeran das Risiko eines Rückfalls und der Ausbreitung von Melanomen in einer späten klinischen Studie drastisch gesenkt hat. Getestet in Kombination mit Mercks bewährtem Immuntherapeutikum Keytruda, erfüllte der experimentelle Impfstoff in einer Phase-3-Studie mit über 1.100 Patienten seine primären Ziele.

Die bahnbrechende Nachricht sorgte am Mittwoch für gewaltige Kursbewegungen an den Börsen. Die Aktien von Moderna schossen um bis zu 160 bis 177 Prozent nach oben, während das Papier von Merck um mehr als 12 Prozent zulegte. Analysten werten diesen Erfolg als Beweis für das immense Potenzial der mRNA-Technologie jenseits von Infektionskrankheiten.

Neue Behandlungsperspektiven für Hochrisikopatienten

Die untersuchte Patientengruppe umfasste Personen mit fortgeschrittenem oder hochriskantem Melanom, deren sichtbare Tumore operativ entfernt worden waren. Laut Angaben des National Cancer Institute lebten allein im Jahr 2023 mehr als 1,5 Millionen Menschen in den USA mit der Diagnose Melanom. Da die meisten Rückfälle in den ersten 2 bis 3 Jahren nach der Erstbehandlung auftreten, gilt der neue Ansatz als potenzieller Wendepunkt.

‚Es ist ein großer Moment für die Medizin, ein großer Moment für die Patienten,‘ erklärte Moderna-Chef Stephane Bancel in einem Interview. Moderna-Präsident Stephen Hoge fügte hinzu, dass Tausende von Patienten bereits im kommenden Jahr von dem Impfstoff profitieren könnten, sofern die zuständigen Behörden grünes Licht geben.

Wie der mRNA-Krebsimpfstoff funktioniert

Im Gegensatz zu präventiven Impfstoffen ist Intismeran eine maßgeschneiderte Therapie, die das Immunsystem des Patienten darauf trainiert, spezifische Mutationen in den Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Durch die gezielte Neoantigen-Erkennung arbeitet der Impfstoff synergetisch mit Keytruda, um Metastasenbildung zu verhindern. Ähnliche Ansätze werden derzeit auch für Lungen-, Brust- und Bauchspeicheldrüsenkrebs erforscht.

‚Der positive Treffer hier führt uns wahrhaftig in diese nächste Phase der Immuntherapie,‘ betonte Karen Knudsen, CEO des Parker Institute for Cancer Immunotherapy. ‚Dies ist ein verheißungsvoller Anfang – hier fangen die Dinge an.‘

Regulatorischer Ausblick und nächste Schritte

Obwohl die Zwischenergebnisse der Phase-3-Studie äußerst positiv ausfallen, stehen detaillierte Veröffentlichungen noch aus. Die Unternehmen planen, die umfassenden Daten auf einer kommenden medizinischen Konferenz vorzustellen und in den nächsten Monaten Gespräche mit Zulassungsbehörden wie der US FDA aufzunehmen.

Dr. Dean Li, Präsident von Merck Research Laboratories, bestätigte, dass zeitnah Konsultationen zur Sicherheit und zum Zulassungsprozess stattfinden werden. Experten wie Dr. Marcus Butler vom Princess Margaret Cancer Centre mahnen jedoch zur Geduld, bis die vollständigen Daten vorliegen.