Mit Hilfe des James-Webb-Weltraumteleskops (JWST) haben Astronomen eine bahnbrechende Entdeckung gemacht: Sie wiesen Wasser und kosmischen Staub um einen alternden Stern nach, der sich nur 0,55 Lichtjahre von Sagittarius A*, dem supermassiven Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße, entfernt befindet. Die am 11. August in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlichte Studie stellt bisherige Annahmen darüber in Frage, ob molekulares Material der extremen Strahlung in galaktischen Zentren standhalten kann.
Die widerstandsfähige Natur des entwickelten Sterns IRS 3
Das Ziel der Beobachtung, ein Stern im asymptotischen Riesenast namens IRS 3, befindet sich in der dichten und intensiver Strahlung ausgesetzten Umgebung von Sagittarius A*, das eine Masse von etwa 4 Millionen Sonnen aufweist. Unter der Leitung von Florian Peißker von der Universität zu Köln nutzte das Forschungsteam das MIRI-Instrument des Teleskops, um das Lichtspektrum des Sterns zu analysieren. Sie fanden eine schalenförmige Verteilung von Silikatstaub, die sich etwa 10.000 astronomische Einheiten (AE) erstreckt, wobei die Temperaturen von rund 927 Grad Celsius nahe der Oberfläche bis auf minus 173 Grad Celsius in den äußeren Regionen abfallen.
Erstmals Wasser unter extremen Bedingungen nachgewiesen
Neben sauerstoffreichem Staub zeigten die Beobachtungen erstmals den direkten Nachweis von Wasser in der Hülle von IRS 3. Die Co-Autorin und ESA-Astronomin Macarena Garcia Marin betonte, dass der Fund von Wasser beweist, dass molekulares Material auch in von starker Strahlung dominierten Regionen überleben kann.
Einblicke in die Geheimnisse galaktischer Zentren
Die Entdeckung verändert unser Verständnis des kosmischen Recyclings fundamental. Sie zeigt, dass alternde Sterne wie IRS 3 trotz widrigster Bedingungen weiterhin neue Materialien produzieren können, die für zukünftige Sternengenerationen von Bedeutung sind.



