Schwere Dürre gefährdet den Panamakanal und bedroht globale Lieferketten

26. August 2026 at 18:08
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Eine durch das El Niño-Wetterphänomen ausgelöste schwere Dürre bedroht erneut den Betrieb des Panamakanals und zwingt die Behörden zu drastischen Verkehrsbeschränkungen. Ab dem 3. September wird die wichtige Wasserstraße die tägliche Zahl der Schiffsabschlüsse von 36 auf 34 reduzieren, gefolgt von einer weiteren Senkung auf 32 Schiffe bis zum 15. September. Der Kanal bewältigt 5 Prozent des globalen Seehandels und rund 40 Prozent des gesamten US-Containerverkehrs, weshalb die neuen Regeln zu einem massiven Nadelöhr werden.

Steigender Druck auf die Wasserressourcen

Der Panamakanal ist auf ein System künstlicher Seen wie den Gatún-See angewiesen, um Schiffe über die kontokinentale Wasserscheide zu heben. Wegen akuter Wassermnöge müssen die Betreiber jedoch Trinkwasserreserven für rund 2 Millionen Menschen—fast die Hälfte der Bevölkerung von Panama—priorisieren. ‚Wenn der Wasserstand in diesen Stauseen zu niedrig sinkt, müssen sie die Anzahl der durchfahrenden Schiffe einschränken, um Wasser für andere kritische Nutzungen zu sparen‘, erklärte Samuel Muñoz, Assistenzprofessor an der Northeastern University.

Die Stauungen in der Region haben bereits zugenommen, angetrieben durch Krisen an alternativen Routen wie der Straße von Hormus. Die Auktionspreise für kurzfristige Passagen stiegen von rund 100.000 auf etwa 380.000 US-Dollar, wobei ein Schiff im August sogar 4 Millionen US-Dollar zahlte, um die Warteschlange zu umgehen. Experten warnen, dass diese Mehrkosten unweigerlich zu höheren Preisen für Verbraucher weltweit führen werden.

Klimawandel und langfristige Unsicherheiten

Die aktuelle Situation erinnert an die historische Dürreperiode zwischen Anfang 2023 und Mitte 2024, die den Bau eines neuen Reservoirs im Wert von 1,6 Milliarden US-Dollar auslöste. Während der Administrator des Panamakanals, Ricaurte Vásquez Morales, betonte, dass ‚der Kanal nicht improvisiert‘, zeigen wissenschaftliche Prognosen für das 21. Jahrhundert anhaltende Risiken für die Region auf.