Nagasaki begeht 81. Jahrestag des Atombombenabwurfs

10. August 2026 at 22:23
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Am Sonntag hat die südwestjapanische Stadt Nagasaki den 81. Jahrestag des US-amerikanischen Atombombenabwurfs begangen. Dabei verurteilte Bürgermeister Shiro Suzuki nukleare Abschreckung als ein „absolutes Übel“ und forderte die nationale Regierung auf, strikt an ihren nuklearwaffenfreien Prinzipien aus der Nachkriegszeit festzuhalten. Vertreter aus mehr als 90 Ländern versammelten sich im Friedenspark zu der feierlichen Zeremonie und gedachten der Opfer der Tragödie von 1945 mit einer Schweigeminute um 11:02 Uhr.

Bürgermeister warnt vor Risiken der nuklearen Abschreckung

Während der Gedenkfeier kritisierte Bürgermeister Shiro Suzuki die wachsende internationale Abhängigkeit von nuklearen Verteidigungsstrategien. Er argumentierte, dass zwar bestimmte Nationen glauben, der Besitz von Atomwaffen halte potenzielle Angreifer ab, die historische Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki jedoch beweise, dass die Menschheit katastrophale Grenzen überschreiten könne. Suzuki erklärte, Atomwaffen seien kein „notwendiges Übel“, sondern ein „absolutes Übel“, und warnte die Staats- und Regierungschefs der Atommächte ausdrücklich davor, dass eine zunehmende Reliance auf Abschreckung das Risiko eines globalen Atomkriegs erhöhe.

Politische Spannungen und Revisionen der Verteidigungspolitik

Der Jahrestag fällt mit der Revision der Verteidigungspolitik durch die Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi zusammen, die darauf abzielt, die militärischen Offensivfähigkeiten zu stärken. Es gibt wachsende Spekulationen darüber, ob Takaichi, die die nukleare Abschreckung unterstützt, die Stationierung von Atomwaffen im Land erlauben und damit möglicherweise Japans drittes Prinzip der Nuklearwaffenfreiheit verletzen könnte. Obwohl Takaichi an der Zeremonie am Sonntag teilnahm und das Bekenntnis ihrer Regierung zu einem realistischen Ansatz für eine atomwaffenfreie Welt bekräftigte, blieb sie bezüglich der drei nuklearwaffenfreien Prinzipien vage und erwähnte den Atomwaffenverbotsvertrag nicht, den Tokio unter Verweis auf den US-amerikanischen Nuklearschirm nicht unterzeichnet hat.

Überlebende äußern Frustration und Besorgnis

Die schrumpfende Gemeinschaft der Überlebenden, bekannt als Hibakusha, hat ihre tief empfundene Frustration über die Haltung der Regierung zur nuklearen Abschreckung zum Ausdruck gebracht. Sowohl in Hiroshima als auch in Nagasaki kam es zu Protesten gegen eine mögliche Aufweichung der nuklearwaffenfreien Grundsätze. Offizielle Zahlen zeigen, dass die Zahl der überlebenden Opfer auf 91.105 gesunken ist – das entspricht etwa einem Viertel der ursprünglichen Zahl –, wobei das Durchschnittsalter bei über 86 Jahren liegt, was dringende Sorgen hinsichtlich der Bewahrung des historischen Gedächtnisses an die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg aufwirft.