Letzte Wahlphase in Pakistanisch-Kaschmir beginnt

10. August 2026 at 22:23
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Wähler sind am Montag in der finalen Phase der Wahlen zur Gesetzgebenden Versammlung in Pakistanisch-Kaschmir an die Urnen gegangen. Dem Urnengang waren wochenlange gewaltsame Proteste und Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften vorausgegangen, die den Wahlkampf in der umstrittenen Himalaya-Region überschattet hatten, wie offizielle Stellen mitteilten. Männer und Frauen reihten sich am frühen Morgen an den Wahllokalen im Distrikt Poonch ein, wo unter strengen Sicherheitsvorkehrungen um vier Sitze in der Versammlung geritten wurde.

Stimmabgabe unter Boykottaufruf verbotener Gruppe

Raja Shakeel, ein Sprecher der regionalen Wahlkommission, bestätigte, dass die Abstimmung in vier Wahlkreisen trotz eines direkten Boykottaufrufs des verbotenen Joint Awami Action Committee (JAAC) in vollem Gange war. Die verbotene Organisation hatte die Einwohner nachdrücklich aufgefordert, sich nicht am Wahlprozess zu beteiligen. Die Regionalregierung hatte die Gruppierung kürzlich mit Verweis auf wachsende Sicherheits- und Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Ordnung nach wochenlangen Unruhen verboten.

Regierungspartei sichert sich Mehrheit während Spitzenpolitiker antreten

Pakistans regierende Partei Pakistan Muslim League-N (PML-N) hat sich bereits eine Mehrheit in der Gesetzgebung gesichert und wird weithin voraussichtlich zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt die Regionalregierung bilden. Die Partei gewann 24 der 34 Sitze, über die in den ersten beiden Wahlphasen entschieden wurde. Mehrere hochkarätige politische Persönlichkeiten treten in dieser letzten Runde an, darunter der regionale Premierminister Faisal Rathore, neben den ehemaligen Premierministern Sardar Attique Ahmed Khan und Sardar Tanveer Ilyas Khan sowie Mushtaq Minhas, einem ranghohen Vizepräsidenten der PML-N.

Kernkonflikte um reservierte Parlamentssitze

Das zentrale Spannungsfeld zwischen dem JAAC und der Regionalregierung dreht sich um 12 Parlamentssitze, die für Personen reserviert sind, die seit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft im Jahr 1947 aus dem von Indien kontrollierten Kaschmir vertrieben wurden. Das JAAC argumentiert, dass diese Zuteilung Außenstehenden einen unverhältnismäßigen politischen Einfluss verleiht, und fordert die Abschaffung dieser Sitze. Das im Jahr 2023 gegründete Aktionskomitee hat auf umfassendere politische Rechte gedrängt, während die Regierung betont, sie habe 36 der insgesamt 38 Forderungen der Gruppe akzeptiert.