Die verheerende Hochwasserkatastrophe im nordostindischen Bundesstaat Assam bleibt kritisch, nachdem Behörden bestätigt haben, dass die Zahl der Todesopfer nach dem Tod zweier weiterer Personen über Nacht auf 100 gestiegen ist. Tagelange unnachgiebige Monsunregenfälle haben wichtige Wasserwege, darunter den Brahmaputra River, weit über die Gefahrenmarken steigen lassen, wodurch Gemeinden überschwemmt, lebenswichtige Infrastruktur zerstört und Hunderttausende Einwohner in der gesamten Region vertrieben wurden.
Steigende Pegel bedrohen gefährdete Gemeinden
Die Assam State Disaster Management Authority berichtete, dass zahlreiche Flüsse weiterhin oberhalb der Gefahrenschwellen fließen, was das Risiko neuer Überschwemmungen in gefährdeten Gebieten erhöht. Der über die Ufer getretene Brahmaputra River – einer der größten Wasserwege Asiens, der in der chinesischen Region Tibet entspringt und etwa 900 Kilometer (560 Meilen) durch Assam fließt – hat Häuser fortgerissen und fast 300.000 Menschen in staatlich geführte Notunterkünfte gezwungen.
Vertreibung und anhaltende Herausforderungen beim Wiederaufbau
Die schwere Überschwemmung, die im vergangenen Monat begann, hat mehr als 700.000 Menschen vertrieben, riesige landwirtschaftliche Flächen überflutet und weitreichende Schäden an der Infrastruktur verursacht. Obwohl zurückgehendes Wasser viele Bewohner zur Rückkehr veranlasst hat, verbleiben mindestens 49.000 betroffene Personen in 125 Notunterkünften und Verteilungszentren. Rückkehrende Familien stehen vor der mühsamen Aufgabe, dicke Schlammschichten von ihren Grundstücken zu räumen, während ländliche Gemeinden den herben Verlust von Nutzvieh beklagen.
Reaktion der Regierung und finanzielle Unterstützung
Die lokalen Behörden bewerten aktiv die Strukturschäden, um die Rehabilitationsmaßnahmen zu beschleunigen. Der Landwirtschafts- und Bewässerungsminister von Assam, Pijush Hazarika, kündigte nach einem Überprüfungstreffen an, die Beamten seien angewiesen worden, Schadensbewertungen zügig abzuschließen, um finanzielle Hilfen der Regierung zu erleichtern. Darüber hinaus wurde bereits eine vorläufige finanzielle Entschädigung an etwa 50.000 betroffene Menschen ausgezahlt. Unterdessen warnen Experten, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel die Monsunzyklen Südasiens verstärkt, was zu unbeständigen und extremen Regenfällen führt.



