Experimenteller mRNA-Impfstoff verhindert erfolgreich das Wiederauftreten von Melanomen

20. August 2026 at 01:46
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Ein experimentelles mRNA-Krebsmedikament hat erstmals die Ausbreitung und das Wiederauftreten von Melanomen gestoppt, was einen potenziellen Durchbruch für Menschen mit lebensgefährlichem Hautkrebs darstellt. Der personalisierte Impfstoff namens intismeran verhinderte erfolgreich das Wiederauftreten oder die Streuung von Melanomen bei Patienten, die sich einer Krebsoperation unterzogen hatten, insbesondere in Kombination mit dem Medikament Keytruda. Die Pharmakonzerne Merck und Moderna gaben diese bahnbrechenden Ergebnisse am Mittwoch bekannt.

Ein entscheidender Moment für die Krebsforschung

„Diese Ergebnisse der Phase-3-Studie stellen einen entscheidenden Moment für den Bereich der Krebsforschung dar“, erklärte Stéphane Bancel, CEO von Moderna, in einer offiziellen Erklärung. „Gemeinsam mit Merck haben wir begonnen, das transformative Potenzial dieser Technologie zu demonstrieren, um kritische, ungedeckte Bedürfnisse bei der Behandlung von Melanomen zu adressieren.“

Das Melanom ist die tödlichste Form von Hautkrebs. Laut der American Cancer Society wird erwartet, dass in diesem Jahr allein in den USA rund 112.000 neue Melanomerkrankungen diagnostiziert werden und mehr als 8.500 Amerikaner daran sterben werden. Forscher weisen darauf hin, dass nur etwa ein Drittel der Patienten mit der schwersten Form der Erkrankung länger als fünf Jahre nach der Diagnose leben.

Klinische Studienergebnisse und Ausblick

An der umfangreichen klinischen Studie nahmen mehr als 1.000 Patienten teil, die entweder eine Kombination aus intismeran und Keytruda oder fast ein Jahr lang nur Keytruda erhielten. Die Unternehmen machten zunächst keine Angaben darüber, wie lange die Patienten ohne ein Fortschreiten des Krebses lebten. Weitere Details sollen laut dem Wall Street Journal im Laufe des Jahres auf einer medizinischen Konferenz vorgestellt werden. Vorherige Studien hatten gezeigt, dass das Medikament das Risiko eines Rückfalls oder Todes im Vergleich zu einer alleinigen Keytruda-Therapie nahezu halbierte.

Dr. Nina Bhardwaj, Direktorin für Immuntherapie an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai, erklärte gegenüber The Independent, dass es noch abzuwarten sei, wann Ärzte Zugang zu dieser Kombinationstherapie erhalten werden. Merck und Moderna untersuchen den Impfstoff jedoch bereits auch in Studien für andere Krebsarten, darunter Lungen-, Blasen- und Nierenzellkarzinome. „Dies ist eine aufregende Zeit für die Krebsimmuntherapie. Impfstoffe werden wahrscheinlich in bestimmten Situationen, in denen die Krebslast gering ist, einen Unterschied machen“, so Bhardwaj.

Die nächste Grenze der präzisen Immuntherapie

Dr. Karen Knudsen, Geschäftsführerin des Parker Institute for Cancer Immunotherapy, erklärte, dieser maßgeschneiderte Ansatz sei ein wichtiger Fortschritt hin zu präziseren Medikamenten. „Die zugrundeliegende Biologie ist überzeugend, und die Studie liefert eine klinische Validierung für die Kombination von tumorspezifischem Immuntraining mit Checkpoint-Blockade-Therapie“, sagte sie. Dennoch betonte Knudsen, dass bezüglich der langfristigen Wirksamkeit noch Fragen offen seien.

Dr. Michael Postow, Leiter des Melanom-Dienstes am Memorial Sloan Kettering Cancer Center, betonte, dass Forscher auf die vollständigen Daten der Studie warten. „Dieser Ansatz könnte ein wichtiges nächstes Kapitel für die personalisierte Immuntherapie bei Melanomen und potenziell anderen Krebsarten einläuten“, fügte er hinzu. Auch Kyleigh LiPira, CEO der Melanoma Research Foundation, betonte, dass die positiven Ergebnisse den Patienten neue Hoffnung geben.