Jason Arday, der jüngste schwarze Professor der University of Cambridge, ist im Alter von 41 Jahren in London gestorben – nur eine Woche nach seinem Rücktritt von der Universität im Zuge von Plagiatsvorwürfen. Nach Angaben seiner Familie war Jason Arday seit seiner Ernennung vor mehr als drei Jahren einer anhaltenden Welle von Belästigungen und Fehlinformationen ausgesetzt. Die Metropolitan Police London teilte mit, dass Einsatzkräfte einen leblosen 41jährigen Mann in einer Wohnung fanden, wo er noch vor Ort für tot erklärt wurde. Die Umstände seien unerwartet, aber es gebe keine Hinweise auf ein Verbrechen.
Ein außergewöhnlicher akademischer Werdegang
Vor seinem akademischen Durchbruch hatte Jason Arday offen über seine Lernschwierigkeiten gesprochen. Bei ihm wurden Autismus und Legasthenie diagnostiziert; er sprach erst im Alter von 11 Jahren und konnte bis zu seinem 18. Lebensjahr weder lesen noch schreiben. Aufgewachsen in Südlondon, erwarb er nach einem Pädagogikstudium zwei Masterabschlüsse und promovierte an der Liverpool John Moores University. Im Jahr 2023 wurde er im Alter von 37 Jahren zum Professor in Cambridge berufen und galt als inspirierendes Vorbild für Chancengleichheit.
Rücktritt nach Vorwürfen
Im vergangenen Monat sahen sich Jason Arday und seine akademische Arbeit heftiger Kritik ausgesetzt, nachdem Vorwürfe bezüglich seines Lebenslaufs und angeblicher Plagiate laut geworden waren. Medien wie The Times of London und The Telegraph berichteten über Unstimmigkeiten, die unter anderem von dem Forscher Nathan Cofnas vorgebracht wurden. Am 5. August reichte Arday seinen Rücktritt ein und erklärte, der unerbittliche öffentliche Druck habe eine schwere Last dargestellt. Er betonte jedoch, dass sein Rücktritt kein Schuldeingeständnis sei.
Reaktionen aus Politik und Wissenschaft
Die britische Bildungsministerin Lucy Powell zeigte sich in den sozialen Medien zutiefst erschüttert über den Tod von Jason Arday und bat die Öffentlichkeit, die Privatsphäre der Hinterbliebenen zu respektieren. Auch Deborah Prentice, die Vizekanzlerin der University of Cambridge, drückte ihr tiefstes Mitgefühl aus. Die polizeilichen Ermittlungen zu den genauen Todesumständen dauern an, während die akademische Gemeinschaft trauert.



