Die Familie von US-Präsident Donald Trump steht kurz davor, eine föderal lizenzierte Bank zu besitzen, nachdem eine von ihm ernannte Regulierungsbehörde der World Liberty Trust Company, dem Emittenten des 4 Milliarden US-Dollar schweren USD1-Stablecoins, unter Auflagen grünes Licht erteilt hat. Das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) veröffentlichte seine Entscheidung über die nationale Treuhandlizenz am Freitag.
Regulatorische Kontroverse und ethische Bedenken
Die Entscheidung hat eine heftige politische Debatte ausgelöst. Donald Trump hatte den Comptroller Jonathan Gould im vergangenen Jahr an die Spitze der OCC berufen. Seitdem World Liberty Trust seinen Antrag Anfang Januar eingereicht hatte, warnten demokratische Kongressabgeordnete vor einem Interessenkonflikt. Die Behörde betonte jedoch in ihrem Schreiben, dass Karrierebeamte die Prüfung unabhängig durchgeführt hätten.
Finanzielle Einsätze und Verflechtungen der Familie Trump
Die finanziellen Dimensionen erklären den enormen Druck. Laut Reuters-Schätzungen könnten die Einnahmen der Familie Trump aus USD1 bis Juni 2026 rund 50 Millionen US-Dollar erreichen. Darüber hinaus hatte World Liberty Financial bis April mehr als 1,6 Milliarden US-Dollar an den Präsidenten und seine Söhne geleitet. Zach Witkoff, CEO von World Liberty Financial, soll den Vorsitz der Bank übernehmen.
Auswirkungen auf den USD1-Stablecoin
Der USD1-Token, der nahe 1 US-Dollar gehandelt wird und eine Marktkapitalisierung von etwa 4,02 Milliarden US-Dollar aufweist, wird derzeit von Partner BitGo verwaltet. Die neue Lizenz wird diese Funktionen zusammenführen. Die OCC hat strenge Auflagen wie eine Kapitaluntergrenze von 20 Millionen US-Dollar verhängt, während Konkurrenten wie Circle und Ripple ähnliche regulatorische Schritte verfolgen.



