Der britische Premierminister Andy Burnham hat zu einer nationalen Reflexion aufgerufen, nachdem der ehemalige Professor der Universität Cambridge, Jason Arday, im Alter von 41 Jahren tot in Süd-London aufgefunden wurde. Arday, der 2023 zum jüngsten schwarzen Professor in Cambridge ernannt worden war, war erst wenige Tage zuvor nach heftiger Medienkritik und Vorwürfen des Plagiats von seinem Amt als Professor für Bildungssoziologie zurückgetreten.
Trauer und Vorwürfe wegen anhaltender Belästigung
Die Polizei erklärte, der Tod werde als unerwartet, aber nicht verdächtig eingestuft. Freunde und Kollegen, darunter der Cambridge-Professor Simon Baron-Cohen, berichteten, dass Arday unter enormem medialen Druck und einer unerbittlichen Schmutzkampagne gelitten habe. Die Familie von Arday erklärte über ihren Verlag Simon & Schuster U.K., sie stehe unter Schock angesichts des anhaltenden Missbrauchs, dem er ausgesetzt war.
Akademische Kontroversen und Untersuchung
Die Anschuldigungen wurden ursprünglich von Nathan Cofnas, einem ehemaligen Philosophie-Forscher in Cambridge, öffentlich gemacht. Zeitungen hatten berichtet, dass Teile von Ardays Doktorarbeit aus dem Jahr 2015 mit den Arbeiten anderer Forscher übereinstimmten. Die Vizekanzlerin der Universität, Deborah Prentice, zeigte sich tief bestürzt und kündigte eine Überprüfung der internen Einstellungsverfahren an.
Breitere Debatte über Kulturkämpfe und DEI-Richtlinien
Der tragische Vorfall hat eine hitzige Debatte über Rassismus, institutionelle Feindseligkeit gegenüber Diversitätsprogrammen (DEI) und die Grenzen öffentlicher Kritik ausgelöst. Daniel Kebede, Generalsekretär der National Education Union, betonte, dass die Hetzkampagne gegen Arday rassistische Ressentiments geschürt habe.



