Professionelle Hedgefonds sind zum ersten Mal seit Jahren auf Bitcoin ausgerichtet und nutzen dabei regulierte Futures an der Chicago Mercantile Exchange (CME), wie aus Daten hervorgeht, die von der Analysefirma CryptoQuant ermittelt und an den Finanzmärkten verbreitet wurden.
Die Verschiebung bei CME-Futures verstehen
Bitcoin-Futures sind Kontrakte, die es Händlern ermöglichen, auf den Preis des Vermögenswerts zu spekulieren, ohne den zugrundeliegenden Coin zu besitzen. An der CME stammt der Großteil des Handelsvolumens von großen professionellen Investoren. Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) klassifiziert diese Teilnehmer in bestimmte Gruppen, wobei gehebelte Fonds primär Hedgefonds repräsentieren.
Jahrezehntelang hielt diese Gruppe eine Netto-Short-Position, angetrieben hauptsächlich durch den sogenannten Basis-Trade – eine marktneutrale Strategie, die den gleichzeitigen Kauf von Bitcoin am Spotmarkt und das Leerverkaufen von CME-Futures beinhaltet. Der Wechsel zu einer Netto-Long-Haltung bricht mit dieser langjährigen Gewohnheit und signalisiert eine direkte bullische Wette anstelle eines Absicherungsmanövers.
Warum die US-Spot-Nachfrage weiterhin ausbleibt
Trotz der aggressiven Papierwetten großer Fonds spricht die reale Käufernachfrage eine andere Sprache. Der Coinbase Premium Index, der misst, ob Bitcoin auf Coinbase zu höheren Preisen als auf Offshore-Plattformen gehandelt wird, bewegt sich seit Anfang Mai unter null und verharrt nahe minus 0,08. Zudem weist der Index seit dem 22. Juli niedrigere Höchst- und Tiefststände auf, was auf eine verhaltene institutionelle Nachfrage nach der eigentlichen Kryptowährung in den Vereinigten Staaten hindeutet.
Geringes Open Interest begrenzt Marktpotenzial
Marktdaten zum Open Interest – dem Gesamtwert aktiver Futures-Kontrakte an allen Börsen – deuten auf einen anhaltenden Mangel an frischem Kapital hin. Das gesamte Open Interest bewegt sich derzeit bei rund 23 Milliarden US-Dollar, was nahe dem niedrigsten Niveau des vergangenen Jahres liegt und einen deutlichen Rückgang gegenüber etwa 48 Milliarden US-Dollar im vergangenen Oktober darstellt, wenngleich es sich von einem Tiefstand Ende Juni bei rund 20,5 Milliarden US-Dollar leicht erholt hat. Analysten weisen darauf hin, dass dieses geringe Open Interest zwar Abwärtsrisiken durch mögliche Liquidationen von Long-Positionen begrenzt, eine bullische Ausrichtung ohne neue Kapitalzufuhr jedoch Schwierigkeiten hat, eine nachhaltige Markterholung voranzutreiben.



